Frechen, den 28. August 2025
Berlin/Leverkusen/Köln. – Ein Besuch, der Signalwirkung hat: Victor Gdowczok, Weltmeister im Para-Judo (ID) und Sportbotschafter der IFoN.World, hat dem Deutschen Behindertensportverband (DBS) und dessen frisch ernanntem Sportdirektor Marc Möllmann seine Aufwartung gemacht. Gemeinsam mit seinem Vater Klaus Gdowczok, Präsident der IFoN.World, brachte er nicht nur eine für Deutschland wertvolle Goldmedaille mit, sondern auch eine klare Botschaft: Es ist höchste Zeit, Menschen mit geistiger Behinderung konsequent in das paralympische System zu integrieren.
„Bislang konnte der DBS im Bereich Judo nur wenige internationale Medaillen vorweisen. Umso mehr freut es uns, mit Victor einen Athleten begrüßen zu dürfen, der Deutschland auf Weltniveau vertritt“, betonte Möllmann.
Mehr als Symbolpolitik: Ein Grundrecht auf Teilhabe
Im Gespräch stand nicht allein der sportliche Erfolg im Vordergrund, sondern eine Vision: die geplante zweite Weltmeisterschaft im Para-Judo (ID) unter dem Motto „The Best from the Best of Nations“, organisiert von IFoN.World – IJF. Dabei gehe es, so Klaus Gdowczok, nicht nur um Wettkampf und Medaillen, sondern auch um Nachhaltigkeit, Fairness und Inklusion auf höchstem Niveau
„Wir verlangen keine Sonderrechte, wir fordern nur das, was die UN-Behindertenrechtskonvention längst garantiert: gleichberechtigte Teilhabe am Sport“ , so der IFoN-Präsident.
Anforderungen an künftige Gastgeber
Seit Jahren kämpfen mehr als 10.000 ID-Athlet*innen weltweit um Anerkennung bei den Paralympics – bislang vergeblich. Während neue Sportarten mühelos ins Programm rutschen, bleibt Judo für Menschen mit geistiger Behinderung außen vor. Interne Stellungnahmen, etwa aus dem DBS, machten jüngst deutlich, dass ID-Judoka systematisch marginalisiert werden Doch Victor Gdowczok´s Erfolge – GOLD und Sportkollegen Ben Musaeus Silber und Bronze Valentin Freitag bei den VIRTUS Global Games 2023 – haben Deutschland erstmals in den ewigen Medaillenspiegel geistig behinderter Athlet*innen gebracht. Ein Durchbruch, der Verantwortung weckt.
Die Kriterien für die zweite WM sind klar: internationale Reputation, öffentliche Wahrnehmung, Schirmherrschaften durch Staatsoberhäupter und starke Unterstützung durch Regierungen. Ebenso wichtig sind Sponsorinnen aus der freien Wirtschaft, höchste Standards bei Sicherheit und medizinischer Versorgung sowie kulturelle und Mobilitätskonzepte, die Athletinnen mit geistiger Behinderung Respekt und Wertschätzung sichern.
Der lange Weg zu den Paralympics
„Nie wieder“ heißt jetzt handeln
„Inklusion ist kein Geschenk, kein Gnadenakt – es ist ein Grundrecht“, mahnt Klaus Gdowczok in Anlehnung an sein vielbeachtetes „Nie wieder!“-Statement von Davos. Gerade in Deutschland dürfe es keine kalte Ausgrenzung mehr geben, schon gar nicht durch den Behindertensportverband selbst.
Sportdirektor Möllmann stimmte den Vorschlägen IFoNs ausdrücklich zu und bezeichnete sie als „zukunftsweisende Gesamtkonzeption“.
Ein Hoffnungsschimmer
Der Besuch im DBS war mehr als eine Geste. Er war ein Versprechen, dass Athlet*innen wie Victor Gdowczok nicht länger übergangen werden. Wenn Worte nun in Taten münden, könnte sich ein historischer Kurswechsel im deutschen Para-Sport anbahnen – hin zu echter Inklusion, hin zu Paralympics für alle.
